GRUPPEN FÜR SOMATOFORME STÖRUNGEN UND SCHMERZSTÖRUNGEN

Um somatoforme Störungen ranken sich vielen Mythen. Entgegen der landläufigen Meinung, es handle sich hierbei um „eingebildete“ Erkrankungen, kann man sagen: Sie Symptome einer somatoformen Störung sind echt. Patienten spüren echte Schmerzen, leiden unter echten Verdauungs- oder Schluckbeschweren, echter Übelkeit oder bspw. echten Engegefühlen im Brust- oder Rachenbereich. Jedoch sind konkrete körperlich-organische Ursachen in der Regel nicht feststellbar, die Störungsentstehung bezieht also häufig auch seelische Komponenten, Verhaltensgewohnheiten und Aufmerksamkeitsprozesse mit ein. Oft spielen Schon- und Vermeidungsverhalten und sogenannte „katastrophisierende Bewertungen“ eine Rolle. Patientinnen und Patienten haben zumeist einen langen Leidensweg hinter sich, wenn sie zu uns in die Praxis kommen –der Fachbereich Psychotherapie ist häufig die letzte Hoffnung.

Wir bieten Menschen mit somatoformen Störungen und Schmerzstörungen einen anderen Weg mit ihren Symptomen umzugehen.

In unserer Einzel-/Gruppen-Kombinationstherapie lernen Sie gemeinsam mit anderen:

  • Narration (Erzählung) der Symptome, zum Ausdruck bringen von Sorgen, Angst, Trauer, etc.
  • Erleben von Zuhörerschaft ohne „gut gemeinte Tipps“, Empfinden von Gemeinschaft und gegenseitiger Akzeptanz
  • Bestandsaufnahme der emotionalen, beruflichen und sozialen Konsequenzen/ Einschränkungen infolge der Erkrankung. Entwicklung von Lebensperspektiven und Lösungsmöglichkeiten
  • Psychoedukation zum Thema „somatoforme Störungen“, Vermittlung der Teufelskreise, die die Symptome aufrechterhalten.
  • Ggf. Konfrontationsübungen, Symptomprovokation, Abbau von Vermeidungs- und Sicherheitsverhaltensweisen sowie Abbau des „Checking-Behaviors“ (zwanghaftes Kontrollieren/Untersuchen des eigenen Körpers und seiner Symptome)
  • Konkrete Techniken („Skills“) zum Umgang mit Gefühlen und emotionalem Hochstress
  • Methoden der Aufmerksamkeitsumlenkung und Achtsamkeit
  • Entspannungstechniken
  • Aktivitätsaufbau und Wiedergewinnung einer regulären Tagesstruktur
  • Schrittweises „Zurückerobern“ des eigenen Lebens, Erweiterung des Handlungsspielraums, Wiedererlangung sozialer Teilhabe
  • Aufbau von neuen sozialen (ggf. beruflichen) Ressourcen
  • Ggf. kognitive Neubewertung der Symptome und Lernen von Akzeptanz

Die Therapie findet mit einer Stundenfrequenz von 1-3 Therapiestunden pro Woche sowohl vormittags als auch nachmittags und abends statt. Unsere Therapiegruppen bestehen aus ca. 4-7 Patienten/Patientinnen, die über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten. Einzelstunden finden begleitend in größeren zeitlichen Abständen statt.

Aufgrund der Abrechnungsgenehmigung mit den gesetzlichen Krankenkassen (Kassenzulassung) steht unser Therapieangebot vornehmlich gKV- Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

Gern beantworten wir eventuelle Fragen auch telefonisch oder per Email.