FAQ – Häufig gestellte Fragen

„Brauche ich eine Überweisung zum ersten Termin?“

Nein, eine Überweisung ist nicht nötig.


„Was muss ich zum ersten Termin mitbringen?“

Das Versichertenkärtchen (elektronische Gesundheitskarte) bei gesetzlicher Versicherung bzw. die Daten Ihrer privaten Versicherung bei Privatversicherten (Name und Anschrift der privaten Krankenversicherung).


„Wie lange dauert der erste Termin?“

In der Regel dauert der erste Termin 50 Minuten Gesprächszeit + ca. 20-30 Minuten Zeit zur Bearbeitung diagnostischer Fragebögen. Diese können jedoch auch von zu Hause aus bearbeitet werden.


„Zahlt die Krankenkasse den ersten Termin?“

Ja, alle gesetzlichen Krankenkassen zahlen die psychotherapeutische Sprechstunde bei Vorliegen einer Kassenzulassung des Psychotherapeuten. Da wir diese Zulassung besitzen, müssen Sie für den ersten Termin bei uns nichts bezahlen.

Auch die Folgesitzungen (probatorische Sitzungen) werden in aller Regel von den Krankenkassen übernommen. Danach muss eine Beantragung bei der Krankenkasse auf Psychotherapie erfolgen.

Bei privaten Versicherungen sollten Sie vorher selber abklären, in wie weit Psychotherapie (auch probatorische Stunden) in Ihrem Tarif inbegriffen ist.


„Was passiert beim ersten Termin?“

Wir lernen uns kennen. Die Therapeutin begrüßt Sie, stellt sich Ihnen vor und erklärt Ihnen die Rahmenbedingungen des Gespräches. Sie schildern uns Ihr Anliegen, wir hören erstmal nur zu. Wahrscheinlich wird sich die Therapeutin während Sie sprechen Notizen machen und im Verlaufe weitere Fragen stellen, um ihr Anliegen bestmöglich verstehen und einordnen zu können.

Solche Fragen können sein:

Wie lange existiert das Problem bereits? Wann tauchte es das erste Mal auf? Welche Symptome haben Sie?

Wir Therapeuten sind darin ausgebildet, wirklich jedes Anliegen grundsätzlich ernst zu nehmen und auch bei schwierigen oder schambesetzten Themen eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu erzeugen.

Dass sich Patienten bei uns sicher und respektiert fühlen, hat oberste Priorität. Im Verlaufe des Gespräches klären Sie und die Therapeutin, wie man im Falle von Ihrem konkreten Anliegen therapeutisch vorgehen könnte. Sie erhalten eine Beratung darüber, ob und wenn ja, welche Psychotherapieform bei Ihnen indiziert ist und wie eine mögliche Therapie in unserem Hause aussehen könnte.

Am Ende des Gespräches klären Sie mit der Therapeutin, wie es weiter geht, d.h. ob Sie bei uns therapeutisch behandelt werden können/wollen, ob der Therapiebeginn direkt erfolgt, ob zunächst eine Aufnahme auf die Warteliste stattfindet oder welche alternativen Maßnahmen für Sie sinnvoll wären (Coaching, medikamentöse Therapie, andere Therapieform, keine Therapie, stationäre Therapie etc.).

Ggf. wird die Therapeutin Sie am Ende des Gespräches noch bitten einige diagnostische Fragebogen auszufüllen, um eine eventuelle Diagnose zu konkretisieren. Diese Fragebögen können Sie direkt bei uns im MVZ ausfüllen oder von zu Hause aus per Link und Chiffre.


„Ich habe gelesen Sie machen eine Kombinationstherapie aus Einzel- und Gruppentherapie. Was genau bedeutet das?“

Die ersten Stunden sind Einzelstunden, wie Sie es von einer reinen Einzeltherapie kennen. Ab ca. der 4.-6. Woche steigen Sie in eine unserer Therapiegruppen ein, welche thematisch zu ihrem Anliegen passt (Eine Gruppe besteht aus ca. 4-6 Personen).

Ab dieser Zeit erhalten Sie wöchentlich 100 Minuten Gruppentherapie und zusätzlich bzw. bei Bedarf ca. alle 2-4 Wochen Einzelgespräche bei ihrer Therapeutin. Ihre Therapeutin leitet sowohl Ihre Gruppe als auch die Einzelstunden bei Ihnen. Es findet also kein Therapeutenwechsel statt.


„Ich suche eine reine Einzeltherapie. Bieten Sie dies auch an?“

Nein, alle Patienten bei uns erhalten die Kombinationsbehandlung.


„Gruppentherapie…ich glaube das wäre mir unangenehm, auch wenn ich mit der Therapeutin an sich gut arbeiten könnte…!“

Dafür haben wir Verständnis. Es braucht etwas Mut, um sein Anliegen auch vor anderen zu erzählen. Und wir können Sie beruhigen: Die allermeisten Patienten, die unsere Gruppen besuchen, sind so begeistert von der Arbeit und der Atmosphäre in „ihrer“ Gruppe, dass viele auf die begleitenden Einzelstunden verzichten, da sie die Gruppe als maximal hilfreich erleben.

Eine Gruppenstunde ist eben nicht dasselbe wie ein „normales“ Gespräch unter Freunden oder im Familienkreis. Wir Therapeuten achten sehr genau auf ein wohlwollendes Klima, einen verständnisvollen Grundtenor und einen nicht-wertenden Umgang miteinander.

Wir sind jederzeit zu 100% präsent und strukturieren und moderieren die Gruppe, sodass wirklich jeder profitieren kann. Wir bereiten die Stunden vor, planen die Übungen für Sie oder steuern den Verlauf der Unterhaltung in eine produktive Richtung, welche Sie „weiterbringt“.


„Verpflichte ich mich bei der Gruppentherapie dauerhaft?“

Nein. Sie können die Behandlung jederzeit formlos beenden.


„Warum machen Sie überhaupt Gruppentherapie? Kommt man im Einzel nicht viel weiter?“

Bei der Entwicklung unseres Therapiekonzeptes haben wir uns viele Gedanken gemacht und bei unseren Überlegungen sowohl die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien, als auch persönliche klinische Erfahrungen aus dem Therapiealltag einfließen lassen.

Insgesamt kann man sagen:

Bei den allermeisten psychischen Erkrankungen (wie Angststörungen, affektive Störungen, Suchterkrankungen, Essstörungen, Zwangsstörungen, Posttraumatischer Belastungsstörung, Persönlichkeitsstörungen, etc.) ist Gruppentherapie ebenso wirksam wie Einzeltherapie (siehe Quellen unten).

Darüber hinaus findet man in gruppentherapeutischen Settings zusätzlich Wirkfaktoren, die das Einzelsetting nur bedingt herstellen kann, wie Erfahrung von Gemeinschaft und Zugehörigkeit.

Wenn wir Patienten fragen „Warum ziehen Sie die Gruppe dem Einzel vor?“ sind die Antworten sehr häufig:
  • Ich fühle mich weniger alleine mit meinem Problem.“
  • „Zum ersten Mal erlebe ich, dass andere mich verstehen.“
  • „Auch wenn ich mal nicht reden will, profitiere ich vom Zuhören!“,
  • „Bei den therapeutischen Übungen hilft es mir, mich darüber mit anderen auszutauschen.“
  • „Die Rückmeldungen von Mitpatienten bringen mich manchmal wirklich weiter und helfen mir die Perspektive zu wechseln.“
  • „Es ist schön zu sehen, dass andere sich für meine Entwicklung interessieren.“
  • „Rückmeldungen von Mitpatienten sind ganz anders, als von den Menschen „da draußen“. Man versetzt sich viel mehr in den anderen rein und versucht wirklich nachzuvollziehen, warum dies oder jenes so schwer für den anderen ist. Das macht einen großen Unterschied. Ich habe das Gefühl wirklich alles erzählen zu können.“
  • „Mir hat es gut getan auch anderen zu helfen und etwas weiterzugeben, nachdem es mir selber etwas besser ging.“
  • „Die Erfahrung einer Gruppentherapie hat mich freier und mutiger im Alltag gemacht. Ich habe einen neuen Umgang mit meinem Umfeld gelernt, was sich positiv auf mich auswirkt. Ich bin selbstsicherer geworden und traue mich mehr. Auch kann ich jetzt mehr aushalten.“
  • „Die wesentliche Stärke der Gruppentherapie ist Rückmeldung von den Gruppenmitgliedern und nicht von der Psychotherapeutin zu bekommen. Ich konnte erfahren, dass meine Selbstwahrnehmung stark von der Wahrnehmung anderer abweicht; andere sehen mich viel positiver. Das hat mir sehr geholfen. Diese Erfahrung wäre in einer Einzeltherapie nicht möglich gewesen.“
  • „Ich fühle mich durch meine Therapiegruppe angenommen und verstanden.“

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